Month: Juli 2023

Eine alte Rückfahrkarte erzählt

Hallo Leute. Ich bin eine alte Rückfahrkarte und will euch heute etwas aus meinem bewegten Leben erzählen.

Rückfahrkarte von Hochdahl nach Erkrath

Ich wurde als farbige Pappe in der Größe 57 x 30 x 1 mm von der Deutsche Bundesbahn hergestellt und mit braunem Mittelstreifen und zwei roten N an die Fahrkartenausgabe (Fka) Hochdahl geliefert. Dadurch war ich vor meiner eigentlichen Geburt schon als Tagesrückfahrkarte des Nahverkehrs vorgeprägt. Das war irgendwann zwischen 1970 und 1971. In der Fka Hochdahl schlummerte ich mit vielen Geschwistern im Pappensilo des Fahrkartendruckers. Jedes Mal, wenn der DB-Mitarbeiter eine Tagesrückfahrkarte des Nahverkehrs mit dem Drucker ausfertigte, rückte ich im Silo eine Position weiter vor. Am 28. September 1971, zwei Tage nach Fahrplanwechsel und zu Beginn des Winterfahrplans bei der DB, schlug endlich auch meine Geburtsstunde. Ich erinnere mich genau, es war an einem Dienstagnachmittag kurz vor vier. Der Druckerantrieb zog mich aus dem Pappensilo, schob mich unter einer Druckwalze durch und spie mich in die Ausgabeschale. Das dauerte nur knapp eine Sekunde. So kurz können gelungene Geburten sein. Ich war nun eine Tagesrückfahrkarte 2. Klasse von Hochdahl nach Erkrath. Der DB-Mitarbeiter, damals auch Schalterbeamter genannt, hob mich aus der Schale, begutachtete mich kurz und legte mich etwas unsanft in den Drehteller des Fahrkartenschalters. Ich höre ihn noch sagen: „Eine Mark bitte“. Auf der dem Kunden zugewandten Seite des Fahrkartenschalters legte ein Mensch eine Deutsche Mark in den Drehteller. Nun bediente der Schalterbeamte den Drehteller und ich wechselte so meinen Besitzer.

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Heimat- und Eisenbahngeschichte

Wie hängen Heimat- und Eisenbahngeschichte zusammen? Dazu gibt es beim Museumstag am 23. Juli im Lokschuppen einige Antworten.

Präsentiert werden Fotos aus dem umfangreichen Fundus der Heimatexperten Gottfried Bander und Manfred Janssen. Diese zeigen das Geschehen in den Stadtteilen Hochdahl und Trills. Gerade Trills mit seiner Vergangenheit hat Einiges zu bieten. Auch wenn Trills keine Bahnstation bekommen hat, Hochdahl bekam sie 1841. Denn dort lag das Ende der Steilstrecke, die von Erkrath den Berg hinaufführte. Das führte zur Entwicklung von Alt-Hochdahl, das Gebiet rund um den dortigen Bahnhof.

Die Bedeutung der Bahnverbindung zwischen Düsseldorf und Wuppertal für die Industrialisierung aber auch die Mobilität, die auf einer großartigen ingenieurtechnischen Meisterleistung beruht, wird umfangreich in unserer Ausstellung dargestellt.

Der Hochdahler Hof in den 1950er Jahren

Am Museumstag können sich kleine und große Eisenbahnfans auch mit der Signaltechnik im Schottereck vertraut machen sowie erleben, wie eine Fahrkarte an der historischen Fahrkartenausgabe mit dem Originalschalter aus dem Bahnhof Erkrath früher hergestellt wurde. Unsere große Modellbahnlok der Baureihe 01, die früher in zahlreichen größeren Bahnhöfen der Deutschen Bundesbahn aufgestellt war, kann ebenso bestaunt werden wie Loks und Wagen im Außengelände.

Unser gut sortierter Bahnladen am historischen Bahnsteig freut sich, wie an jedem Museumstag, über zahlreiche Interessenten und Käufer. Das Zugcafé bleibt leider geschlossen.

Das Museum ist von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.